Olivenöl-Etiketten mischen echte, regulierte Zertifizierungen mit unregulierten Marketingbegriffen, die ähnlich klingen. Sie zu unterscheiden dauert etwa fünf Minuten und lohnt sich.

Tatsächlich reguliert

Unregulierte Marketingsprache

"Premium", "Gourmet", "handwerklich" und selbst "kaltgepresst" (siehe unseren separaten Artikel) tragen keine gesetzliche Definition oder Prüfung.

Der einfache Test: Steht hinter der Aussage eine Zertifikatsnummer, eine ausstellende Stelle oder eine geografische Registrierung, die man theoretisch prüfen könnte, ist sie reguliert. Ist es nur ein Adjektiv, ist es Marketing.

PDO und PGI am Beispiel Olivenöl

PDO und PGI sind rechtliche EU-Registrierungen — was für eine Region wie Vlorë, Albanien, relevant ist: Selbst ein tatsächlich nachvollziehbares Olivenöl von einem einzelnen Betrieb ausserhalb der EU ist nicht für eine EU-PDO-Registrierung berechtigt, wie es etwa Kalamata- oder Sitia-Öl ist — unabhängig davon, wie vergleichbar die Anbaubedingungen tatsächlich sind. "Nachweislich aus einem bestimmten Ort" und "trägt diese spezifische EU-Rechtszertifizierung" sind verwandte, aber unterschiedliche Aussagen.

Wo bio.inspecta ins Bild passt

bio.inspecta, die Schweizer Stelle hinter Musais Bio-Status, prüft Anbau- und Verarbeitungspraktiken gegen einen definierten Standard mit einer nachprüfbaren Zertifikatsnummer. Was sie nicht prüft, ist Verfälschung oder Beimischung — Bio-Zertifizierung und ein labgeprüftes Analysenzertifikat beantworten zwei unterschiedliche Fragen, und eine Flasche kann durchaus das eine ohne das andere haben. Siehe Olivenöl-Fälschung: Warum sie so verbreitet ist, warum beides zählt.

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